FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wieviel kostet das Training?

Da es sich um einen gemeinnützigen Verein handelt wo die Trainer auf ehrenamtlicher Basis das Training leiten, sind die Mitgliedsbeiträge dementsprechend niedrig:

Erwachsene: 26€ / Monat

Jugendliche, Lehrlinge und Studenten: 22€ / Monat

In den ersten zwei Trainingsmonaten ist anstatt der Mitgliedsbeiträge eine Grundkursgebühr zu entrichten und anschließend eine einmalige Einschreibgebühr. Im Laufe des Trainings kommen noch die Kosten für den Dobok und Teilnahmegebühren für Lehrgänge, Prüfungen, sowie für diverse Meisterschaften und Turniere hinzu, wobei die Teilnahme an solchen Veranstaltungen immer freiwillig erfolgt.

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Das Verletzungsrisiko im Hapkido lässt sich im Allgemeinen als gering einstufen.

Die Grundlagen eines sicheren Trainings sind zum einen ein gründliches Aufwärmen, Dehnen und Mobilisieren der Gelenke und zum anderen das kontrollierte Ausführen sämtlicher Bewegungen. Als Anfänger beginnt man mit einfachen Übungen und wächst so langsam in das Training hinein. Erst wenn man in weiterer Folge den Bewegungsablauf einer Technik beherrscht, wird die Intensität sowie die Schnelligkeit der Ausführung allmählich gesteigert. Auch das Fallen ist durch die Fallschule sehr sicher und nicht so unangenehm, wie es auf den ersten Blick wirken mag.

Wie anstrengend ist das Training?

Das Training beinhaltet nicht nur das Trainieren von Hapkido-Techniken, sondern auch ein umfassendes Aufwärmen und Konditionstraining. Da kein Training dem anderen gleicht, ist es natürlich unterschiedlich was die Intensität betrifft.

Um optimale Trainingsfortschritte zu erzielen, muss der menschliche Körper in gewissem Maße gefordert werden. Daher wird das Training so gestaltet, dass auch Fortgeschrittene gefordert werden. Anfänger brauchen aber keine Angst vor einer möglichen Überforderung zu haben, da es jedem selbst obliegt, wie weit er an seine persönlichen Leistungsgrenzen gehen will.

Ich bin unsportlich, kann ich trotzdem Hapkido trainieren?

Selbstverständlich kann man auch als unsportlicher Mensch Hapkido trainieren. Es nehmen Männer und Frauen unterschiedlichster körperlicher und konditioneller Voraussetzungen mit Freude am Training teil. Es gibt dahingehend keine Anforderungen die erfüllt werden müssen. Die sportlichen Fortschritte kommen im Laufe des Trainings von selbst.

Wie gut ist Hapkido für den Ernstfall geeignet?

Hapkido ist für den Ernstfall gedacht und daher ist auch das Training darauf ausgerichtet. Es wird die Verteidigung in den verschiedensten Situationen so wie sie im Alltag passieren können geübt, wobei auch auf mögliche Reaktionen und Verhaltensweisen des Angreifers geachtet wird.

Im Training trainiert man mit den unterschiedlichsten Partnern und lernt so die Eigenheiten jeder Technik noch besser kennen. Im Laufe der Zeit bekommt man dadurch ein gutes Gefühl dafür, welche Techniken sich in welcher Situation bei welcher Art von Angreifer am Besten eignen.

Ein gewisses Improvisationstalent kann im Ernstfall dennoch nötig sein. Dieses kommt aber mit der Trainingserfahrung und wird sehr gut im Freikampf trainiert.

Einige Wurftechniken sind doch sicher nur Show, stimmt das?

Nein, das stimmt nicht! Es gibt im Hapkido aber dennoch Techniken wo der Trainingspartner bei einer nur kleinen unscheinbaren Bewegung sehrwohl spektakulär durch die Luft fliegt. Dieses mag für einen Laien womöglich als übertrieben oder sogar als "Show" wirken. Wenn man aber genauer hinsieht merkt man, dass es sich in solchen Fällen eigentlich um gar keine Wurftechniken handelt sondern um Hebeltechniken, bei denen der Partner bewusst mitspringt. In einer realen Situation würde die Technik daher nie so aussehen, ist aber auch nicht nötig, da eine Hebeltechnik grundsätzlich nicht das Werfen zum Ziel hat.

Jede Hebeltechnik arbeitet gegen ein Gelenk, welches sich nur bis zu einem bestimmten Grad bewegen lässt. Wird ein Gelenk über diesen natürlichen Bewegungsradius hinaus bewegt, kommt es zu ernsthaften Verletzungen, was das eigentliche Ziel der Hebeltechniken ist.

Um dem Partner die Möglichkeit zu geben solche Techniken bis zum Ende auszuführen, wird dem sogenannten Hebel so weit wie möglich, meist bis am Boden nachgegeben. Bei manchen Hebeltechniken ist aber ein einfaches Nachgeben aus anatomischen Gründen unmöglich und die Technik müsste frühzeitig abgebrochen werden. In vieler solcher Situationen kann man aber durch bewusstes Mitspringen erreichen, dass der Trainingspartner dennoch die Technik über den kompletten Bewegungsablauf trainieren kann und das sogar in realitätsnaher Geschwindigkeit und Dynamik.

Dieses bewusste Mitspringen ist also eine Notwendigkeit um manche Hebeltechniken ohne Verletzungsrisiko realitätsnah trainieren zu können.

Wie lange muss ich trainieren um mich verteidigen zu können?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da es auf das Talent des Trainierenden sowie auf dessen Körperkonstitution ankommt. Es gibt einige Situationen die ein jahrelanges Training erfordern, oftmals genügt aber auch das Beherrschen von Grundkenntnissen.

Im Hapkido lernt man viele Techniken, die man vor allem als Anfänger einige Zeit trainieren muss um diese in einer Stresssituation auch sicher anwenden zu können. Dies betrifft aber in erster Linie Hebel- und Wurftechniken. Von Beginn an lernt man zugleich auch eine Vielzahl an Fußtritten und Schlagtechniken, die man einfacher und auch in fast jeder Situation einsetzen kann. Durch das Freikampftraining lernt man darüber hinaus schon sehr früh grundlegendste Angriffe abzuwehren, entwickelt bereits ein gewisses kämpferisches Gefühl und sammelt Erfahrung.

Warum werden im Hapkido auch Angriffstechniken gelehrt?

Entgegen der weitläufig vertretenen Meinung, dass Angriffstechniken in der Selbstverteidigung nichts zu suchen haben sind diese im Hapkido dennoch sehr wichtig. Bedrohungen durch mehrere Angreifer oder sonstige gefährliche Situationen, wie z.B. bewaffnete Angriffe erfordern manchmal einen bewussten Gegenangriff als Mittel der Verteidigung.

Die Waffenabwehrtechniken im Hapkido sollten immer die letzte Option sein, da die Abwehr bewaffneter Angriffe ein erhebliches Verletzungsrisiko mit sich bringen kann. In erster Linie wird daher immer versucht einer solchen Situation zu entgehen. Besteht jedoch keine Fluchtmöglichkeit mehr, ist es oft empfehlenswert, selbst den ersten Schritt zu tun anstatt auf einen Angriff zu warten.

Ein weiterer Grund für den Gebrauch von Angriffstechniken ist die Situation der Nothilfe. Von Nothilfe spricht man, wenn sich eine andere hilflose Person in einer Notlage (z.B. Überfall) befindet und man dieser Person hilft.

Im Hapkido-Training werden gezielte Angriffstechniken dennoch erst relativ spät gelehrt, da zuvor die Abwehr und Verteidigung im Vordergrund steht. Die Fähigkeit anzugreifen wird bis dahin im Freikampftraining geübt.

Ist Kampfsport nicht nur für aggressive Menschen und Schläger?

Wenn man sich Vereine und Schulen in den unterschiedlichsten Kampfsportarten ansieht wird man schnell feststellen, dass dem nicht so ist. Es mag sein, dass manche "Schlägertypen" Kampfsport trainieren, dann aber meist in einem einschlägigen Umfeld und nicht in einem Verein wie unserem.

Anzumerken ist, dass Hapkido im eigentlichen Sinn gar kein Kampfsport ist. Der Begriff Kampfsport wird oft fälschlicherweise als Überbegriff für sämtliche Kampfkünste verwendet. Grundsätzlich sind damit aber Wettkampfsportarten gemeint, also Kampfkünste bei denen das Hauptziel der sportliche Wettkampf ist.

Da im Hapkido die Selbstverteidigung im Vordergrund steht und großer Wert auf die Gemeinschaft gelegt wird, wäre das Hapkido-Training für sogenannte "Schlägertypen" sowieso uninteressant. Überdies wird aggressives Verhalten im Training keinesfalls geduldet und führt zum Ausschluss. Der Charakter und die Disziplin jedes Einzelnen werden durch Hapkido soweit geschult, dass aggressives Verhalten im Training nie ein Thema sein wird.

Warum gibt es im Hapkido Wettkämpfe und Wettbewerbe?

Im Daehanminguk Hapkido gibt es vor allem bei internationalen Meisterschaften neben dem bereits erwähnten Freikampf auch noch weitere Wettbewerbe. Diese sind Technik- und Showbewerbe sowie Bewerbe in den Bereichen Fallschule, Fußtechniken und Bruchtest.

Grundsätzlich werden bei jedem Wettbewerb, wie in allen anderen Sportarten auch, die Leistungen aller Teilnehmer miteinander verglichen, bewertet und die jeweils Besten ermittelt. Dies mag auf den ersten Blick vielleicht der Philosophie des Hapkido widersprechen, bringt aber vielerlei Vorteile mit sich:

Ein Wettbewerb ist immer eine enorme Motivation und daher ein Grund noch härter zu trainieren. Mit einem greifbaren Ziel vor Augen macht das Trainieren mehr Spaß und bietet zudem eine gewisse Abwechslung im Trainingsalltag. Mithilfe großer Meisterschaften wird auf internationaler Ebene die Hapkido-Gemeinschaft am besten gepflegt und jeder Hapkidoin hat die Möglichkeit, sich mit Trainingskollegen anderer Vereine auszutauschen, neue Freundschaften zu schließen und evtl. auch andere Stilrichtungen kennenzulernen. Überdies ist jede Meisterschaft auch eine sehr gute Möglichkeit der Werbung.

Muss jeder an Freikämpfen teilnehmen?

Der Sinn des Freikampfes, als realitätsnahes Training wurde bereits erwähnt. Aus diesem Grund ist es in jedem Fall empfehlenswert an Freikämpfen teilzunehmen. Eine Teilnahme ist aber nicht verpflichtend und geschieht auf rein freiwilliger Basis - wer nicht kämpfen will, muss das auch nicht!

Das Freikampftraining ist aber ein wichtiger Trainingsbestandteil im Hapkido. Jemand der ernsthaft trainiert und laufend Gurtprüfungen ablegen möchte, muss früher oder später seine kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Es gibt keinen schwarzen Gürtel ohne Freikampferfahrung!

In Österreich gibt es im Freikampf zwei grundverschiedene Reglements zwischen denen abgewechselt wird. Diese sind das internationale Vollkontakt-Reglement, welches auf Meisterschaften und in der Vorbereitung dazu gekämpft wird, sowie ein Leichtkontakt-Reglement. Wer sich im Freikampf versuchen möchte, sich aber das Vollkontakt-Reglement noch nicht zutraut, der hat somit die Möglichkeit bei einem Leichtkontakt-Turnier erste Erfahrungen zu sammeln.